Aufnahmetechnik

Für die meisten der hier gezeigten Aufnahmen ist keine spezielle Ausrüstung erforderlich. Man benötigt

  • eine digitale Spigelreflexkamera,
  • ein Weitwinkelobjektiv (am besten 18mm oder weniger), möglichst lichtstark (f/3,5 oder besser), sowie
  • ein Stativ.

Hilfreich ist des Weiteren ein Fernauslöser, wobei ersatzweise auch der Selbstauslöser der Kamera verwendet werden kann.

Dann braucht man natürlich eine klare Nacht und ein passendes Motiv. Während für den klassischen Astrofotografen “klar” gleichzusetzen ist mit wolkenlos und mondlos, weiß der Himmelsfotograf durchaus Mondlicht und vereinzelte Wolken zu schätzen:

  • Der Mond beleuchtet die Landschaft im Vordergrund:

  • Wolken können die Szenerie anreichern:

  • Für Aufnahmen der Milchstraße benötigt man aber eine klassisch klare, mondlose Nacht:

Die Beschaffenheit des Himmels (Mondlicht oder nicht, einzelne Wolken oder nicht) bestimmt also bis zu einem gewissen Grad die Motivauswahl.

Für Aufnahmen des nächtlichen Sternenhimmels sind grundsätzlich Standorte außerhalb des Stadtzentrums vorzuziehen, da das Streulicht von Straßenlaternen, Wohnungen etc. den Stadthimmel so weit aufhellt, dass viele Sterne überstrahlt werden. Motive in der Stadt lassen sich am besten in der Dämmerung aufnehmen, wenn ohnehin noch nicht viele Sterne zu sehen sind, aber die Dämmerungsfarben zusammen mit einigen wenigen Himmelsobjekten (wie dem Mond oder den Planeten) der Szenerie ihren Reiz verleihen:

Hat man ein passendes Motiv gefunden, geht man wie folgt vor:

  • Ausrichtug der Kamera: Das Bild soll sowohl Himmel als auch Vordergrund zeigen – häufig fährt man dabei mit der Regel des Goldenen Schnitts (bzw. der Drittel-Regel) nicht schlecht: etwa ein Drittel des Bildes zeigt den Vordergrund, zwei Drittel den Sternenhimmel. Ob Hoch- oder Querformat hängt vom Motiv ab – öfter als in der klassischen Landschaftsfotografie wird man jedoch das Hochformat wählen.
  • Scharfstellen: Ist gar nicht so einfach, da der Autofokus bei Dunkelheit zumeist versagt und man im Sucher die Sterne auch nur schwer sieht. Der Autofokus sollte abgeschaltet werden. Leider genügt es bei den meisten Objektiven nicht, manuell auf unendlich zu fokussieren, da diese Einstellung nicht exakt den Fokus trifft. Wenn man Glück hat, findet man im Sucher einen hellen Stern, auf den man scharfstellen kann. Wenn nicht, muss man einen solchen (oder aber weit entfernte Lichtquellen wie Straßenlaternen etc.) anpeilen, scharfstellen, und die Kamera neu ausrichten. Hilfreich ist hierbei der LiveView-Modus der Kamera, so vorhanden.
  • Belichtungseinstellung: Die Belichtungsautomatik sollte abgeschaltet sein (Einstellung M/manuell). Als Belichtungszeit sind etwa 10 bis 30 Sekunden zu wählen. Je länger die Belichtungszeit und je länger die Brennweite, desto eher werden die Sterne aufgrund der Erddrehung nicht punktförmig, sondern als kleine Striche abgebildet. Inwieweit das ästhetisch störend oder vielleicht sogar bereichernd ist, muss jeder selbst beurteilen.
  • Blende: Die Blende sollte möglichst weit geöffnet werden (also kleinstmögliche Blendenzahl).
  • ISO-Einstellung: Um möglichst viel von dem schwachen Sternenlicht zu sammeln, ist eine hohe ISO-Einstellung zu empfehlen, etwa ISO 1600 oder 3200.
  • Bildstabilisator: Ein etwaiger Bildstabilisator sollte ausgeschaltet sein.
  • Auslösung: Mit Fernauslöser oder Selbstauslöser der Kamera, um Erschütterungen zu vermeiden.

Natürlich sind diese Empfehlungen nur Richtwerte – letztlich muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

Viel Spaß bei der Himmelsfotografie!

Hinterlasse eine Antwort